Was ist eine Pflegezusatzversicherung überhaupt?
Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Grundabsicherung. Das bedeutet: Sie übernimmt einen Teil der Kosten, aber längst nicht alles.
Die Differenz musst du selbst bezahlen.
Und genau hier setzt die private Pflegezusatzversicherung an. Sie sorgt dafür, dass du im Pflegefall zusätzlich Geld bekommst, um die tatsächlichen Kosten besser abdecken zu können.
Dabei ist es egal, ob du gesetzlich oder privat versichert bist. Eine Pflegezusatzversicherung kannst du in beiden Fällen abschließen.
Warum entsteht überhaupt eine Versorgungslücke?
Pflege ist teuer und zwar richtig teuer.
Je nach Pflegegrad und Art der Betreuung können schnell mehrere tausend Euro im Monat zusammenkommen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt jedoch nur feste Zuschüsse. Alles darüber hinaus musst du selbst finanzieren.
Das führt dazu, dass:
dein eigenes Vermögen aufgebraucht wird
deine Rente nicht ausreicht
im schlimmsten Fall deine Kinder finanziell einspringen müssen
Welche Arten der Pflegezusatzversicherung gibt es?
Das ist die gängigste und wichtigste Variante.
Du vereinbarst einen festen Tagessatz, zum Beispiel 50 Euro pro Tag. Daraus ergibt sich eine monatliche Auszahlung.
Die Höhe der Leistung hängt vom Pflegegrad ab. Je höher der Pflegegrad, desto mehr Geld bekommst du.
Vorteile:
flexibel einsetzbar
monatliche Auszahlung
oft Beitragsbefreiung im Pflegefall
Pflegerentenversicherung
Hier bekommst du ebenfalls eine monatliche Rente, allerdings ist das Produkt meist mit einer Kapitalanlage kombiniert.
Vorteile:
lebenslange Zahlung
zusätzliche Vorsorgekomponente
Nachteil:
meist teurer als Pflegetagegeld
Pflege Bahr
Das ist eine staatlich geförderte Variante.
Vorteile:
keine Gesundheitsprüfung
staatlicher Zuschuss
Nachteile:
vergleichsweise geringe Leistungen
oft nicht ausreichend allein
Welche Leistungen sind besonders wichtig?
Der wichtigste Punkt ist die Höhe der monatlichen Leistung. Diese sollte realistisch gewählt werden.
Als grobe Orientierung:
Mindestens 1.200 Euro bei hohem Pflegegrad
Leistung nach Pflegegrad
Die Auszahlung steigt mit dem Pflegegrad. Gute Tarife leisten auch schon sinnvoll bei niedrigeren Pflegegraden.
Einmalzahlung
Einige Tarife bieten zusätzlich eine Einmalzahlung, zum Beispiel für:
Umbauten im Haus
Pflegehilfsmittel
Beitragsbefreiung
Ein sehr wichtiger Punkt:
Wenn du pflegebedürftig wirst, musst du keine Beiträge mehr zahlen.
Was kostet eine Pflegezusatzversicherung?
Die Kosten hängen stark von folgenden Faktoren ab:
deinem Alter
deinem Gesundheitszustand
der Höhe der Absicherung
Beispiel:
Bei 50 Euro Tagessatz kannst du grob mit etwa 40 Euro im Monat rechnen.
Wichtig ist: Je früher du abschließt, desto günstiger ist der Beitrag.
Für wen ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber besonders relevant ist sie für:
Menschen ohne großes Vermögen
Personen, die ihre Familie finanziell schützen wollen
alle, die im Pflegefall unabhängig bleiben möchten
Was spricht gegen eine Pflegezusatzversicherung?
Der wichtigste Punkt:
Die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, ist in jungen Jahren relativ gering.
Viele denken daher:
Warum soll ich jetzt schon dafür zahlen?
Was spricht dafür?
Es gibt zwei entscheidende Argumente:
Erstens: Du weißt nie, was passiert
Ein Unfall oder eine Krankheit kann jederzeit eintreten
Zweitens: Der Zeitpunkt ist entscheidend
Je jünger und gesünder du bist, desto einfacher und günstiger ist der Abschluss
Alternative zur Versicherung
Eine mögliche Alternative ist eigenes Sparen, zum Beispiel über ETFs.
Vorteil:
Geld bleibt dein Eigentum
Nachteil:
Risiko, dass das Kapital im Pflegefall nicht ausreicht